DAS FASZIALE UNWINDING

FASZIALES UNWINDING.

Wenn der Körper seinen eigenen Weg findet. 

Fasziales Unwinding ist eine sanfte manuelle Technik aus der Osteopathie und Körpertherapie. Dabei wird der Körper mit sanften und achtsamen Berührungen von mir begleitet und erhält so Raum und Impulse, seine Eigenspannungen lösen zu können. Das Gewebe kann aus naturheilkundlicher Sicht bei dieser tief gehenden Form der körperorientierten Arbeit nicht selten wieder in seine Beweglichkeit kommen und der gesamte Körper in seine Balance und Kraft zur Selbstregulation finden.

Das englische Wort „unwinding“ bedeutet sinngemäß „entwirren“, „aufdrehen“ oder „sich lösen“. Die Übersetzung vermittelt aus meiner Sicht eine gute Vorstellung für das, was bei dieser Behandlungsmethode im Fasziennetz ganz frei und natürlich passieren kann. Gleichzeitig beschreibt es bildlich, was Menschen während der Behandlung als ein Nachgeben von Spannung oder als spontane Bewegung erleben können.

Faszien sind so viel mehr als eine „Hülle unserer Muskeln“. Ich stelle mir das Fasziengewebe gerne wie ein feines Spinnennetz vor. Denn Faszien bilden ein dreidimensionales elastisches Netzwerk aus Bindegewebe, das den gesamten Körper durchzieht. Sie ummanteln nicht nur Muskeln, sondern auch Organe, Knochen, Nerven und Gefäße und verbinden all diese Strukturen miteinander. Sie sind besonders reich mit Nervenfasern und Sinnesrezeptoren ausgestattet. Mit diesem Bild vor Augen kann man sich gut vorstellen, dass Faszien eine wesentliche Rolle bei der Wahrnehmung von Körperposition und Bewegung sowie bei Schmerz und anderen Empfindungen spielen.

Wird nun an einer Stelle im Fasziengewebe gezogen, z. B. durch eine Blockade oder andere Dysbalance (wie bei einem im Spinnennetz gefangenen Insekt), kann sich die mechanische Belastung über das gesamte Netz verteilen und so nicht selten Strukturen fern ab der eigentlichen Ursache beeinflussen. So folge ich in meinen Behandlungen gerne dem osteopathischen Gedanken, dass Belastungsverhältnisse im Körper nicht nur lokal betrachtet werden sollten, sondern dass eine Bewegungseinschränkung an einer Stelle möglicherweise mit anderen Bereichen des Körpers zusammenhängt.

Anwendungsbeispiele (alphabetisch sortiert):

· chronische Rücken-, Schulter- und Nackenschmerzen,
· eingeschränkte Beweglichkeit,
· einseitige Belastungen und daraus entstandene Bewegungsmuster,
· muskuläre Verspannungen und körperliches Spannungsgefühl,
· Stress, innere Unruhe und Anspannung sowie Erschöpfungszustände,
· zur Förderung der Körperwahrnehmung und
· zur Unterstützung von Regeneration und Entspannung.

Faszien-Unwinding wirkt aus meiner Sicht auf körperlicher, vegetativer und emotionaler Ebene und wird vom Patienten ganz unterschiedlich erlebt – denn jeder Körper ist individuell und hat seine eigene Geschichte.

Während der Behandlung können so manchmal ganz spontan unbewusste Bewegungen entstehen oder körperliche Reaktionen auftauchen wie zum Beispiel:
· ein leichtes Drehen oder Wenden des Körpers,
· sanftes Strecken oder Beugen,
· wellenartige Bewegungen,
· kleine Schwingungen, Zittern oder Zucken,
· ein Verändern der Position von Armen oder Beinen,
· ein tiefes Seufzen, Gähnen oder eine Veränderung der Atmung und
· auch nur sehr feine innere Bewegungsimpulse.

Menschen berichten beipielsweise außerdem von:
· einem Gefühl größerer Beweglichkeit,
· mehr Weite und Raum im Körper,
· einem Gefühl von Wärme, Kälte oder Kribbeln,
· einer veränderten Wahrnehmung ihrer Körperhaltung,
· einem Gefühl von Entspannung, Leichtigkeit oder tiefer Ruhe,
· einer intensiveren Körperwahrnehmung und
· bewussterem Wahrnehmen von Gefühlen wie Ruhe und Erleichterung, Rührung oder Traurigkeit.

Die wissenschaftliche Erforschung ist noch nicht so weit, dass sich diese Phänomene eindeutig erklären lassen.
Eine Hypothese für die Spontan-Bewegungen ist, dass das Nervensystem auf die veränderten sensorischen Informationen reagiert, selbst einen Bewegungsimpuls entwickelt und vorhandene Bewegungsmuster neu organisiert.

Auf Gefühlsebene kann es während des Unwindings zum Lösen sogenannter Energizysten kommen. In der Osteopathie werden damit Blockaden im Bindegewebe beschrieben, in denen der Körper belastende körperliche oder emotionale Erfahrungen (z. B. ein Trauma) im Gewebe quasi „festhält“ und lokal speichert.
Eine „Energiezyste“ ist kein wissenschaftlich anerkannter medizinischer Befund wie etwa eine echte Zyste. Es handelt sich hierbei um ein osteopathisches Erklärungs- bzw. Behandlungsmodell.

Da jeder Mensch auf Fasziales Unwinding auf seine ganz persönliche Weise reagiert, bleibe ich bei meiner Behandlung offen für das, was sich zeigen möchte. Ich verstehe diese körperorientierte Arbeit als einen achtsamen Dialog mit dem Körper.

Und genau das ist für viele meiner Patienten eine besondere Erfahrung und bildet einen wohltuenden Gegenpol zum oft sehr stressigen und schnelllebigen Alltag. Der Körper bekommt Zeit und Raum zu zeigen, welche Bewegung gerade entstehen möchte. Und der Patient darf einfach wahrnehmen und spüren, was gerade im eigenen Körper geschieht. Dabei empfindet jeder etwas anderes und alles ist vollkommen in Ordnung – manchmal sehr deutlich, manchmal ganz subtil.

Für mich als Körpertherapeutin ist das Fasziale Unwinding eine sanfte Ergänzung zu meinen anderen körpertherapeutischen Methoden und aus meiner täglichen Praxisarbeit nicht mehr wegzudenken. Ich empfinde es als eine wunderbare Möglichkeit, wieder stärker mit dem eigenen Körper in Kontakt zu kommen und seine individuellen Bedürfnisse und feinen Signale wahrzunehmen. Es geht darum, dem Körper zuzuhören, denn er kennt nicht selten seinen eigenen Weg.

In meiner Praxis verbinde ich das Fasziale Unwinding gerne bei Bedarf mit Elementen der Cranio-Sacralen Osteopathie. Dabei orientiere ich mich an den individuellen Bedürfnissen und am Einverständnis meiner Patienten.

Im Vorfeld der Behandlung mache ich mit meinen Patienten eine ausführliche Anamnese und Untersuchung, um etwaige Risikofaktoren zu erkennen und einzuschätzen und ressourcenorientiert arbeiten zu können.

Das Fasziale Unwinding ist eine Methode der Osteopathie und ist wie die gesamte Osteopatie eine komplementärmedizinische Methode, die nicht durch ausreichende valide naturwissenschaftlichen Studien in Bezug auf Wirkung und Wirksamkeit bewiesen ist. Wir beziehen uns auf die Entwickler und die Beobachtungen einzelner Therap

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit habe ich auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für alle Geschlechter gleichermaßen.

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